CAD-Konstruktion einer Orthese am Bildschirm

Fachbeiträge aus unserem Haus

Wir forschen nicht im Elfenbeinturm, sondern schreiben auf, was wir lernen, um unser Wissen zu teilen. Hier findest du Kongressbeiträge, Fachartikel und Stellungnahmen aus dem ORFO-Team: Zur digitalen Prozesskette im Sitzschalenbau, zu 3D-gedruckten Orthesen, zur Handorthetik bei Cerebralparese, zu unserem Arbeitszeitmodell und zur Vergütung der Hilfsmittelversorgung. Dazu Abschlussarbeiten, die bei uns entstanden sind. Die Beiträge stehen als PDF bereit, die Abschlussarbeiten schicken wir dir auf Anfrage zu.

Deine Abschlussarbeit

Abschlussarbeit bei ORFO

Du studierst Orthopädietechnik, Medizintechnik, Orthobionik, Sporttechnologie, Maschinenbau oder etwas Verwandtes? Bei uns kannst du deine Bachelorarbeit, Masterthesis oder Projektarbeit schreiben, mit echten Fragestellungen aus Werkstatt, Konstruktion und Versorgung: 3D-Druck, Sitzschalenbau, Orthesengelenke, digitale Prozessketten. Du bekommst einen festen Ansprechpartner im Team, Zugang zu Scanner, Fräsroboter und Druckern und die Möglichkeit, deine Ergebnisse direkt in der Versorgung zu erproben. Schreib uns kurz, was dich interessiert, wir melden uns.

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Technik

Versorgung und Technik

  1. Standardisierung durch Digitalisierung im individuellen Sitzschalenbau: Chancen, Grenzen, Möglichkeiten

    Digitale Prozessketten und Standards steigern die Effizienz in der individuellen Sitzschalenfertigung, ohne die Individualität zu verlieren. Grundlage ist eine Anamnese und Befundung auf Basis der ICF, dazu definierte, diagnosespezifische Formgebungen als Ausgangspunkt der Individualisierung. Die Maße werden an definierten knöchernen Referenzpunkten erfasst, Module wie Pelotten oder Abduktionskeile wählt der Versorger, die Modellierungssoftware erzeugt die Sitzschale automatisch, gefräst wird mit dem Sechsachs-Fräsroboter. Ergebnis: Die Passform stimmt meist schon bei der ersten Anprobe, die Produktionszeit bis zur ersten Anprobe sank auf sechs Tage, die Zeit vom Kostenvoranschlag bis zur Abrechnung hat sich halbiert.

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  2. Additiv gefertigte Lagerungsorthese (AFO): Passgenau, individuell und schnell, aber ohne CAD-Konstrukteur, ohne Gips und ohne Scan

    Ein von ORFO entwickelter Algorithmus konstruiert anhand weniger Körpermaße eine individuelle, passgenaue Lagerungsorthese, die anschließend im 3D-Druck gefertigt wird. 36 Personen wurden dafür vermessen, gescannt und ausgewertet, Schnittlinien für Spitzfuß und Knickfuß definiert, Tulpung und Perforation für den Tragekomfort integriert. Bis September 2023 wurden 63 Versorgungen durchgeführt: Die Anpassungen bei der Anprobe fielen deutlich geringer aus, die Durchlaufzeit sank von 21 auf 12 Tage, das Gewicht der Orthese um 37 Prozent. Die eingravierte Auftragsnummer erfüllt die Rückverfolgbarkeit nach MDR.

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  3. Datengetriebene Evolution: Die Zukunft der Orthopädietechnik ist digital und menschenzentriert

    Digitalisierung heißt nicht, analoge Prozesse eins zu eins an den Bildschirm zu verlegen. Der Beitrag beschreibt, wie eine digital geführte Anamnese mit biomechanischen Messdaten, Befunden und Umfelddaten zur Grundlage aller Folgeprozesse wird: Aus einem gemeinsamen Datensatz entstehen Informationen für alle Teams und ein fertig konstruiertes, additiv zu fertigendes Produkt. Das spart Kommunikationsaufwand und Fertigungszeit, macht Versorgungen vergleichbar und beweisbar und gibt dem Orthopädietechniker mehr Zeit am Menschen. Gute Versorgungen dürfen kein Zufallsprodukt einzelner Koryphäen sein.

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  4. HANDlungsfähigkeit ermöglichen, statt nur zu beHANDeln: Ein 24-Stunden-Versorgungskonzept zur Orthesenversorgung der oberen Extremität bei unilateraler CP

    Bei unilateraler Cerebralparese wird die betroffene Hand oft nur als Assistenzhand genutzt, der Nichtgebrauch verstärkt sich. Der Beitrag fasst die Studienlage zur Handorthetik bei CP zusammen und stellt ein 24-Stunden-Versorgungskonzept vor, das Silikon-Unterarmorthesen für den Tag mit 3D-gedruckten Spiralen kombiniert: Funktionsorientiert eingestellte Handgelenkspositionen, individuell gewählte Griffarten, Ziele nach SMART-Kriterien gemeinsam mit Kind, Eltern und Therapie.

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Masterarbeiten

Masterarbeiten aus unserem Haus

Studierende haben bei uns Fragen bearbeitet, die uns in der Werkstatt täglich begegnen. Zwei Masterarbeiten stellen wir hier mit ihrer Zusammenfassung vor. Die vollständigen Arbeiten geben wir auf Anfrage weiter.

  1. Entwicklung einer additiv gefertigten Knieorthese bei Instabilitäten des Kapsel-Bandapparates und bei Rupturen der Kollateral- und Kreuzbänder

    Die Arbeit entwickelt eine Knieorthese für die additive Fertigung, die Instabilitäten des Kniegelenks sowie Rupturen der Kreuz- und Kollateralbänder versorgt. Ausgangspunkt ist ein Referenzmodell des Patientenbeins aus fünf definierten Maßen; darauf werden Orthese und Orthesengelenk konstruiert und 3D-gedruckt. Das Gelenk berücksichtigt die komplexe Biomechanik des Knies, damit weder Bewegungseinschränkungen noch Zwangsbewegungen entstehen. In einer Finite-Elemente-Analyse (Abaqus) wurden Seitkräfte bis 1000 N aufgebracht und die Materialien PA 12, PA 12 GF/GB, PA 2200 und PA 3200 verglichen; die Wahl fiel auf PA 12 im Multi-Jet-Fusion-Verfahren. Die abschließenden Funktionstests zeigen: Die Orthese sitzt passgenau und schränkt die Kniebewegung nicht ein.

    Die vollständige Arbeit schicken wir dir auf Anfrage zu.

  2. Additive Fertigung einer orthopädischen Einlage

    Industriell vorgefertigte Einlagenrohlinge lassen kaum Spielraum für die Anpassung an den einzelnen Fuß. Die Arbeit untersucht, wie sich eine patientenindividuelle Einlage additiv fertigen lässt, deren Härtegrade über innere Gitterstrukturen gesteuert werden. Testkörper aus PA 12 und TPU aus FDM, SLS und Multi Jet Fusion wurden in Kraft-Weg-Analysen geprüft: TPU im MJF-Verfahren schnitt am besten ab, der Härtegrad ließ sich über Zellgröße, Balkendurchmesser und relative Dichte gezielt einstellen. Am Beispiel einer Knick-Senk-Spreizfuß-Einlage entstand aus dem gescannten Schaumabdruck ein erster Prototyp mit Pelotte und integrierter Gitterstruktur. Offen bleiben Gewicht, Atmungsaktivität und Kosten: Der Konstruktionsprozess muss über mathematische Modelle automatisiert werden.

    Die vollständige Arbeit schicken wir dir auf Anfrage zu.

Arbeitskultur

Arbeiten bei ORFO

  1. Man muss sich einfach trauen: Von fünf auf vier Tage in der Woche

    Seit August 2023 arbeitet ORFO in der Vier-Tage-Woche mit 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Im Interview erklärt die Geschäftsführung, warum zufriedene Mitarbeitende die Grundlage des Unternehmens sind, wie das Team in einer Befragung sein bevorzugtes Modell gewählt hat, warum Arbeit nicht verdichtet, sondern Prozesse verbessert werden sollen, und welche Rolle die eigene Anamnese-App und automatisierte Modelle dabei spielen.

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  2. Gamechanger: Kommentar zur Vier-Tage-Woche bei ORFO

    Der Chefredakteur des Gesundheitsprofi ordnet das Erlanger Arbeitszeitmodell ein: Die Vier-Tage-Woche sei kein Schönwetterthema, sondern ein möglicher Baustein eines zukunftsfähigen Betriebs, wenn das ganze Team bereit ist, die innerbetriebliche Organisation zu hinterfragen.

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Branche

Branche und Versorgungspolitik

  1. Wenn ein System spart, zahlen andere den Preis

    54,50 Euro: So viel war in einem Vertragskonstrukt der gesetzlichen Krankenversicherung eine Stunde Facharbeit in der Orthopädie- und Rehatechnik wert, pauschal für den Rollator wie für die hochkomplexe Versorgung eines Kindes mit schwerstmehrfacher Behinderung. Der Gastbeitrag erklärt, warum Wirtschaftlichkeit nicht bedeuten darf, Leistungen dauerhaft unter ihren Kosten einzukaufen, und wer die Rechnung am Ende trägt: Betriebe, Fachkräfte und die Kinder, deren Teilhabe von funktionierenden Hilfsmitteln abhängt.

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  2. Jetzt muss die Politik nachbessern: Drei-Prozent-Abschlag und starre Festpreislogik

    Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht ab 2027 einen pauschalen Abschlag von drei Prozent auf Hilfsmittelversorgungen vor und macht Festbeträge zum Ausgangspunkt von Preisverhandlungen (§ 127 Abs. 1b und Abs. 4 SGB V). Fachhandel, Therapie, Hersteller und Familien beschreiben entlang der Versorgungskette, was das bedeutet. Für ORFO erklärt Physiotherapeutin Eva Kragler, warum Kinderhilfsmittel Facharbeit sind und kein Standardprodukt.

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  3. Branchenstimmen zur Hilfsmittelversorgung: Pressemitteilung von rehaKIND

    Die Langfassung der Branchenstimmen mit Musterrechnung, Studiendaten aus PICAR und VersorgungsWert sowie den Forderungen von rehaKIND: Hochindividuelle Kinderversorgungen vom Abschlag ausnehmen, Preisrahmen an kleinen Stückzahlen und Sonderanfertigungen ausrichten, Folgen transparent erfassen.

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Fragen zu einem Beitrag?

Du möchtest einen Beitrag zitieren, mit den Autorinnen und Autoren sprechen oder ein Thema für einen Vortrag anfragen? Schreib uns an hallo@orfo.de, wir melden uns zeitnah.

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